GF98.00-P-9500-11A Lackkratzer durch Waschanlagen (Argumentationshilfen)    

Eine Fahrzeuglackierung (UNI oder Metallic) ist durch die heute enorme Beanspruchung, verstärkten Gebrauchsabnutzungen unterworfen.
Auch bei den gegenwärtig hohen Beständigkeitswerten unserer Lackmaterialien verursacht eine unter Druck und Geschwindigkeit aufprallende Schmutzschicht je nach Art und Härte der Schmutzpartikel einen Materialabrieb.
Dieser Abrieb ist auf die partiellen Flächenbereiche gesehen jedoch sehr unterschiedlich und es entstehen feine "Schleifriefen / Schrammen" auf der Lackoberfläche, die bei mittleren bis dunklen Farben gut sichtbar sind:
Dadurch wird eine große Empfindlichkeit vorgetäuscht, die jedoch nicht vorhanden ist.

Wenn man in Betracht zieht, daß man sehr rasch an Grenzen stößt, wenn man die Härte organischer Beschichtungen erhöhen will, weil hier von der organischen Natur der Bindemittel her zum einen unüberwindliche Grenzen gesetzt sind und man aus anderen Funktionsgründen der Beschichtungen u. a. eine gewisse Elastizität braucht, wird klar, daß immer dann, wenn bei Waschvorgängen mineralischer Schmutz, sprich Sand - also Quarz und Feldspat mit der recht hohen Härte 7 bzw. 6 - mit entsprechendem Druck auf die Beschichtungen einwirkt, Kratzer
  entstehen müssen. Hierzu reicht die Kraft aus, die man bei der Handwäsche mit dem Schwamm bzw. bei der maschinellen Wäsche mit der Bürste , auf das Sandkorn überträgt.
In dem Bereich in welchem die Härten unserer Pkw-Beschichtungen liegen, kann man deshalb nur zu einer kratzfesten Wäsche kommen, wenn es gelingt, die verkratzungsfähigen mineralischen Bestandteile von Lackierungen zu entfernen, bevor sie vom Schwamm oder der Bürste erfaßt werden.

Bei Abwesenheit von verkratzungsfähigem Schmutz können auch in Waschanlagen keine Kratzer entstehen.
Bei den Borsten handelt es sich um ein organisches Material, das bezüglich seiner Härte ähnlich liegt, wie die organischen Beschichtungen der Lackierung.
Deshalb kratzen Borsten ohne Schmutz nicht.